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Montag, 3. September 2007

Stringenz des Wahnsinns

… bei dem Titel könnte man ja schon wieder an Diskursrock denken. Weit gefehlt! Mittekill aus Berlin sind eher unangestrengt unterwegs. Vor Jahren hatten die beiden mal so einen Witz-Hit namens »Döner in der Sonne«, der dann auf ein oder zwei Berlin-Samplern gelandet ist. Ich war also einigermaßen überrascht, dass das Projekt nicht sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden ist. Nein, es gibt eine neue EP »Stringenz des Wahnsinns« auf Kitty Yo!

Die ist unprätentiöser Elektropop und ziemlich nett zum anhören. Ich sag mal: wer Apparat oder Jeans Team mag, der mag das hier auch – oder sieht zumindest das Potential. Bei dem unten vorgestellten Song hat es mir besonders der Synthie-Mittelteil (bei 1:45) im Alphaville-Stil angetan. Ein weiterer dicker Smpythiepunkt: Mittekill veröffentlichen nur im MP3-Format, sind also in der Zukunft angekommen! Ob der Bandname Sympathie- oder Antipathiepunkte einbringt, hängt davon ab, wie er gemeint ist. Wir melden uns wieder, wenn wir das im stringenten Diskurs erörtert haben.

Mittekill – My Way is the Road

MP3 – ohne Schuldgefühle! / Kitty Yo / Mittekill Homepage

Sonntag, 2. September 2007

Ausnahmsweise mal Musik



Eine Meldung über Pete Doherty ganz ohne Drogen, Polizei und Kate Moss: Babyshambles neues Album »Shotter's Nation« soll angeblich am ersten Oktober erscheinen. Und eine Single gibt es jetzt schon. Mit Video. Das Erstaunliche daran ist aber, dass nach so viel Celebrity-Quark und Skandalgedöns tatsächlich noch gute Sachen dabei rauskommen. Jedenfalls gefällt mir »Delivery« ganz außerordentlich. Nicht nur wegen der schönen Melodie und der gut balancierten Produktion zwischen schrottig und smooth, sondern hauptsächlich wegen der 1-A-Phrasendrescherei im Text: »Here comes a delivery, straight from the heart of my misery« – ganz groß! Und auch »Where all you skins and mods, you get together, make pretend it’s 1969 forever«. Das aus dem Munde von jemandem, der doch musikalisch audauernd pretended, dass es 1977 forever ist...

Pete ist eben doch ein ganz großer Dichter und Denker. Wer's nicht glaubt, hier ein Beweis für Pete's Genialität:


(Er macht gerade das, was Engländer besonders gerne machen: Schlangestehen
– hier für ein Oasis-Album, ca. 1996.)


Und ein Mp3 gibt's auch dazu! (noch)
Zum anhören...



...oder runterladen:


Freitag, 31. August 2007

Britney Spears ist wieder da!

Bevor Britney Spears (hoffentlich) wieder für ihre Musik in die Schlagzeilen kommt, lasst uns noch einmal der herrlichen Zeit ihrer zahlreichen Ausrutscher gedenken. Sicherlich wird uns die Glatze am besten in Erinnerung bleiben, so schön war Britney....

... in der Blue Men Group....


... als Lt. Ellen Ripley in Alien...


... und ganz aktuell in der lang ersehnten Smashing-Punpkins-Reunion!


Okay, ganz im Ernst: Die neue Single heißt »Gimme More« und ist echt gut. Nein, wirklich, das ist klasse! Britney spricht ein leises Intro mit Worten »It's Britney, Bitch!« und dann geht es auch schon los mit diesem Electro-dreckigen Synthesizer, der dank Timbaland bzw. Nelly Furtados »Maneater« und Justin Timberlakes »Sexback« mittlerweile fest zum allgemeinen Soft-Pop-Repertoire gehört. So weit, so bewährt, aber natürlich ist das ganze hier Britney, und man ist dankbar über alles, was wenigstens ein bißchen in Richtung »Toxic« geht. Produzent Nate »Danja« Hills hat zwar schon Britneys »Me Against the Music« abgemischt, aber die meiste Zeit seiner Studiostunden stand er als Timbalands rechte Hand für allerlei respektable Projekte ein (Björk, Xzibit, Black Eyed Peas). Von dem hat er sich auch die sexyback-esquen Piepeser a'la Hot Butter/Popcorn abgeguckt; und das obercoole Gelabere am Ende vom Lied: »You're gonna have to remove me, 'cause I ain't goin' nowhere«.

Insgesamt also ein »Sexyback« für Mädchen oder der beste Trash-Pop seit... äh... »Umbrella«. Apropos »Umbrella«: Da war Britney einmal wieder richtig doof und verrückt, sie lehnte des Song ab und überließ ihn der zweiten Wahl, Rihanna. Dumm gelaufen, aber was wäre unsere Britney ohne Fehltritte.


Das passende mp3 gibt's auf dem allseits beliebten Blog von Perez Hilton, wohin wir hier verlinken. Mal sehen, wie lange das gutgeht.


Montag, 27. August 2007

Jugenderinnerung – Elekrifiziert


Ach ja, damals...

Wie geil: neue Elektro-Remixe von den größten Gassenhauern unserer Jugend, gefunden auf Say Anything Syndrome.

Da wären einmal:

Nirvana - Smells Like Teen Spirit (Patrick Alavi Rerox Edit)

MP3


Rockt ja wohl sehr, und zwar so wie damals und so wie heute!


Und dann hätten wir:

Rage Against The Machine - Killing In The Name (Mr Oizo Remix)

MP3


Ich mochte zwar RATM (so muss man das wohl abkürzen?) nie, nie, nie, aber dafür Mr Oizo sehr... der Remix ist auch ziemlich tight und gar nicht frickelig geworden.


OK, der von Nirvana ist total prollig, aber rockt halt; und Mr Oizo sind mir sowieso noch mit unter den liebsten von dieser ganzen obercoolen Franzosenbande, auf die lass ich nix kommen! ... ich finde vor allem ganz groß, dass sie es nicht zu diesem unsäglichen "fuck you I won't do what you tell me!" kommen lassen, sondern quasi aus dem Track stolpern.

Sonntag, 26. August 2007

Schwedentechno



Nachdem ich heute morgen gefühlte zwei Studen damit verbracht habe, mir zu überlegen, welchen Remix von Rosin Murphys neuer Single ich zu meinem Blogeintrag zu Overpowered auswählen soll, um dann festzustellen, dass Hans schon drüber geschrieben hat, verspreche ich, in diesem Eintrag weniger lange Schachtelsätze zu benutzen.

Da gibt es diese zwei Schweden die sich Dada Life nennen und auf Ihrer Homepage ziemlich genau gar nichts über sich mitteilen (selbst die Info, dass sie aus Schweden sind, muss man ihrem Myspace-Profil entnehmen):

Destroy dance music and have fun. Don’t look back in the past. Always go forward. Don’t think too much. Always follow the money.

Do the Dada.

The result? Big tunes, no frills.

Das klingt erstmal peinlich. Mit der Peinlichkeit isses aber bald vorbei, wenn man sich Ihre Musik anhört, zum Beispiel den Linus Loves Remix von Big Time:



Sehr tanzbar, dabei nicht zu blöde und noch kreativ genug, um in den Hirnen der Macher mehr IQ zu vermuten als Ihre Selbstbeschreibung vermuten ließ. Daumen hoch von mir.

Freitag, 24. August 2007

Ellen Allien remixt Beck,
macht alles richtig


Klingt eigentlich wie eine unwahrscheinliche Kombination: Berliner Techno-Tussi und kalifornischer Scientologe (habe ich gehört!). Ist aber der Idealfall eines Remixes geworden: Ingredienzien sind eigentlich nur Elemente des Original-Tracks, raus kommt ein Track der typisch nach Ellen klingt (und das mein ich ziemlich positiv) und dennoch erkennbar eine Version des Originals ist. Und ich steh einfach total auf diese Art von Beats -- ist übrigens auch sehr gut zum Joggen. Als kleine Popmaus hätte ich mir höchstens noch ne komplette Strophe und zwei Refrains gewünscht oder so. Aber das sind ja Kleinigkeiten.

Das Ganze war wohl schon vor nem halben Jahr auf der Bonus-Disc der US-limited-version von Becks letzter Platte drauf, ist aber jetzt erst (als white label) bei bpitch control erschienen.

Beck - Cellphone's Dead (Ellen Allien Remix)

Ausschnitt von juno, MP3 bekommt man hier.

Montag, 13. August 2007

Es gibt sie noch: Kula Shaker


Am Montag Abend lief auf Radio 1 ein Special mit Studiogast Chrispian Mills von Kula Shaker. Und er hat es tatsächlich bereut, einmal geäußert zu haben, mit Hakenkreuzen als Bühnendeko aufzutreten zu wollen. Na bitte! Abgesehen davon bleibt er ein unausstehlicher Spasti, der andauernd dementiert, vom Thema ablenkt oder vom Weltuntergang redet. Und den übelsten, unreflektiertesten Exotismus-Quark von sich gibt ("Sanskrit ist die beste und schlaueste Sprache der Welt, lernen wollte ich sie allerdings nie." - Aaaaarrggghhh!!) Seine kokette Kulturpessimisten-Combo Kula Shaker hat allerdings nach acht Jahren das erste neue Album fertig gestellt, genannt Strangefolk. Die Songs, die im Radio liefen, waren - machen wir uns nichts vor - ziemlich gut. Die Blogosphäre hält sich noch bedeckt, aber diese beiden Stücke gibt es schon zu hören.


Donnerstag, 9. August 2007

Bitte sei vorsichtig

Diese Nummer ist in mehrerlei Hinsicht etwas kompliziert. The Boy Least Likely wurden von Trash-König Simon Fuller gesigned und gelten nicht als indie-credible. Mir ist das jedoch egal, Please Be Gentle With Me ist Musik von aller höchster Kunstfertigkeit. Beweis: Ein für Belle & Sebastian viel zu discoesques Rhythmussegment, tolle selbstironische Lyrics, und einen Bass, der nach dem zweiten Refrain eine eigene kleine Melodie gegenläufig zum Hauptthema spielt, und erst ein paar Takte später wieder eingeholt wird. Besonders mag ich die Doppeldeutigkeit des Titels, der ja sowohl platonisch als auch körperlich zu interpretieren ist. Bitte fick mich nicht so hart? Großartig! Immerhin befindet sich das Stück auf dem Lieblingslieder-Sampler von Mr. 70-iPods, Karl Lagerfeld.


Das ist alles so gut, dass ich ganz vergessen habe, dass ich das Lied von Amtswegen her ablehnen müsste. Kristofs Ex hat es auf eine Mix-CD gebrannt, und Mix-CDs vom Ex des eigenen Freundes sind ja prinzipiell kritisch zu beäugen. Hier habe ich mal eine dermaßen große Ausnahme gemacht, dass das unser Island-Soundtrack-No-1 wurde.


Mittwoch, 8. August 2007

Take it to the chorus!



Hier also der erte Post einer angekündigten langen Serie über Lieblings-Skandalnudel Amy Winehouse, die mir besonders ans Herz gewachsen ist.
Noch mehr, seit dem sich Hot Chip ihrer angenommen haben.

Hot Chip sind einfach ein paar echte Genies. Ihr sieben minuten langer Mix beginnt relativ zurückhaltend, spendiert "Rehab" zunächst nur ein paar Synthiesounds und etwas von Hot Chips berüchtigter "Joy of Repetition". Der richtig große Spaß beginnt dann aber erst in Minute Nummer fünf, wenn des Lied schon einmal durch und quasi zu Ende ist. Dann fangen Hot Chip nämlich noch einmal von vorne an, und zwar auf IHRE Weise. Das Grundmotiv des Refrains wird von Keyboards gekapert und in den verbleibenden zwei Minuten erst in einen Elektro-track, dann in eine 4/4-Eurodance-Nummer und schließlich in einen Breakbeat überführt! Während im Ohr in moderatem Tempo noch Amys "No no no" nachklingt, wird ganz beiläufig der Bass aufgedreht, bis nichts - aber auch gar nichts – vom Original übrig bleibt. So muss es sein.


  • Amy Winehouse - Rehab (Hot Chip Remix)
  • Freitag, 3. August 2007

    Better than the real thing



    Eigentlich eine Kategorie von Musik für sich alleine: Bands, die so sehr andere Kopieren, dass sie besser sind als die Originale.
    Beispiel: die schwedischen Shout Out Louds, die auf ihrem zweiten Album sehr, sehr dolle nach The Cure (ca. 1992) klingen.
    Das Problem/das Gute daran ist, dass sie eigentlich ein besseres Cure-Album gemacht haben als the Cure!

    Die Single "Tonight I Have to Leave it" ist mein persönlicher Sommerhit 2007,
    ....natürlich nach Rihannas Umbrella-ella-ella-eh-eh-eh!

    Ein Mp3 davon gibt es hier, und das zweitbeste Stück "Impossible" als Player im Blog.


    Montag, 30. Juli 2007

    Guten Tach Sonnenschein

    Ich mache mal den Anfang und schreibe über Musik, die ich mag. Meine Kriterien für gute Musik:

    1. Vocals. Ich muss mitsingen.
    2. Moll. Ich mag kein fröhliches Gedudel.
    3. Es muss krachen. Gerne ein 4/4-Bass.
    4. Elektronik. Ordentlich verzerrt.
    5. Gitarren. Siehe 4.
    Ein prototypischer Vertreter dieser Eigenschaften, den ich heute vorstellen möchte, ist Tommie Sunshine (und ich kannte den schon bevor perezhilton den gut fand):


    Auf seinem Album Ultra Rock hat er ne Menge geiler Sachen geremxed, aber leider ist die Scheibe in Euroland nicht released. Unverschämtheit. Jedenfalls ganz toll und regelrecht - ich sagte es bereits - prototypisch für meinen Musikgeschmack:
    Ganz wunderbar.