Die Kategorisierung von Musik ist ja oft eine schwierige Angelegenheit. Besonders geht es mir so bei dem Genre des "Tech House". Zunächst mal schreibt Wikipedia:
Tech-House-Tracks werden in Diskotheken oft als sogenannter „Lückenfüller“ verwendet, weil sie sich für das Mixing mit vielen anderen Genres wie zum Beispiel Dance, Italo-Dance und Techno gut eignen.Was soll denn das heißen? Ein weiteres Problem besteht darin, dass schon das Wort "Techno" in weiten Kreisen den schalen Beigeschmack von Marusha und Eurotrash hat und tunlichst vermieden wird. Stattdessen heißt das dann "Elektro", "Technolektro" oder gar "Indielektro". Wobei ja Elektro an sich was ganz anderes ist.
Von diesen Vorurteilen gegen Techno bin ich frei (und ich habe auch nichts gegen Marusha), aber ich habe ein Problem mit dem Wort "House", seit ich in der Saison 1999/2000 fast alle meine Gehirnzellen wegen House verloren hätte. Seitdem kann ich House nicht mehr ausstehen. Und der Begriff "Tech House" impliziert ja, dass es sich um eine Spielart des House handelt. Also kann ich es ja nicht mögen, oder?
Falsch. Denn diese Platte ist nun mal grossartig:
Das ist DJ Koze's "All the Time" (Philpot). DJ Koze ist aus Hamburg, und, ja, genau der, der früher bei Fischmob war. Jetzt macht er alle möglichen Arten von elektronischer Musik. Der Track findet sich in der hypemachine oder ihr klickt zum Hören einfach hier:
DJ Koze - All the Time
(1:30 Clip von Juno)
Das ist bisher die Platte von Koze, die mir mit Abstand am besten gefällt. Sehr aufregend monoton und einfach zum Kopfnicken. Und auf Beatport läuft sie unter "Tech House". Und komischerweise laufen die meisten Sachen, die ich richtig mag unter "Tech House". Es kommt mir einfach so vor, als sei "Tech House" eine Umschreibung für "Techno, den Hans mag". Na, dann nehmen wir das mal so hin. Und nicken weiter mit dem Kopf.